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Mit Sport und Musik gegen Rechts

Projektdatum: Samstag, 06. August 2011

Gleichzeitig gegen Rechts demonstrieren und möglichst viele Menschen ansprechen? Die Grätsche gegen Rechtsaußen hat gemeinsam mit den Vereinen der Umgebung vorgemacht, wie das geht. Am 06.08.2011 fand das Festival gegen Rechtsaußen statt. Mit Gottesdienst, Sportveranstaltungen und Konzerten wurde das Bewusstsein für Toleranz und Demokratie geweckt. Da konnte auch ein Sommergewitter den Erfolg nicht stoppen. 

 

Klatschnass und trotzig gegen Rechts

2. Echzeller Festival begleitet von Regen, Blitz und Donner – Zelt evakuiert – Starker Zuspruch aus der Bevölkerung

Echzell-Gettenau (arc). »Der Platz ist matschig, wir sind alle patschnass, aber wir machen trotzdem weiter!« Mit diesen Worten leitete Sabrina Lauster, Pressereferentin der »Grätsche gegen Rechtsaußen« am Samstagabend den offiziellen Teil ein. Nachdem das 2. Echzeller Festival, das dieses Jahr unter dem Motto »Gemeinsam gegen Rechts –Toleranz fördern, Kompetenz stärken« stand, am frühen Nachmittag mit großen Zuspruch aus der Bevölkerung begonnen hatte, kam mit unwetterartigen Regenfällen ein Einbruch. In benachbarten Straßen suchte sich das Wasser den Weg in die Häuser, der Festplatz am Gettenauer Sportplatz weichte auf. Zu allem Überfluss wurde das Zelt wegen Blitzschlaggefahr evakuiert, in das sich die Gäste zuvor gerettet hatten. Im benachbarten Feuerwehrhaus suchten viele Schutz, doch traten noch mehr den Heimweg an.

»Weitermachen« hätte auch als Motto die Arbeit des Veranstalters »Grätsche gegen Rechtsaußen, Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins« gelten können, nicht nur für das Festival. Denn der starke Zuspruch aus der Bevölkerung, von den Ortsvereinen, Nachbarkommunen, Politik und Organisationen zeigt der »Grätsche«, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Nach einem ökumenischen Gottesdienst begann das vielfältige, von sportlichen Aktivitäten geprägte Programm. Im Vordergrund stand auch in diesem Jahr der Sponsorenlauf, die »Info«-Rallye mit sportlichen Einlagen wie kicken, klettern oder skaten. Informationsstände der Jugendpflege, Antifa und des Bildungsnetzwerks Hessen sowie die Ausstellung »Tatort: Rheinland-Pfalz« der Heinrich-Böll-Stiftung unterstrichen das Thema der Veranstaltung.

Im Festzelt spielte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Blofeld auf, der Gesangverein »Einheit« Echzell trug seine Weisen vor. Wer sich rhythmisch zur Musik bewegen konnte, durfte sich zu einem Disco-Fox-Kurs anmelden oder wartete das Abendprogramm mit Live-Bands ab. Olivia Bickerle von der »Grätsche« betonte, dass alle Bands ohne Gagen aufträten und im Vorfeld des Konzert klar gegen Rechtsextremismus Stellung bezogen hätten. So spielten am Abend Domi Bade aus Ranstadt mit seiner Live-Band die Coconut Butts und die extra aus Schweden angereiste Band »Mary Fay«. Weil der starke Regen viele Besucher vertrieben hatte, musste vor allem »Eisbrecher« und Lokalmatador Domi Bade vor wenig Publikum spielen. Doch tat er es mit Spaß und guter Laune und wurde dafür mit viel Applaus belohnt. Die Sportjugend Hessen beteiligte sich nicht nur mit dem Spieleparcours auf dem Festplatz, sondern hatte auch ihr Vorstandsmitglied Bezhad Borhani als Moderator entsandt, der durch das Programm führte.

Besonders freute sich Sabrina Lauster, als sie von Rainer Iseler und Klaus Auls der Initiative »Bürger für Wölfersheim« einen Scheck über 600 Euro erhielt. Aus eigener Erfahrung kennen die Wölfersheimer die Arbeit einer Gemeinschaft gegen Rechts und möchten ihre Nachbarn auch finanziell unterstützen, so Iseler und Auls. Neben der Kommunalpolitik aus Echzell und den Nachbargemeinden zeigten sich auch der Vorsitzende der SPD Hessen Thorsten Schäfer-Gümbel sowie Staatssekretär Mark Weinmeister (CDU) vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Zu Beginn des Abendprogramms sollte der Sieger der Tombola seinen Preis abholen, ein Motorrad-Wochenende. Doch war der Hauptgewinn bei Lotterieschluss noch immer nicht gezogen worden. Deshalb galt auch hier das Motto des Tages: »Weitermachen!«, und der Losverkauf wurde fortgesetzt. 

© Wetterauer Zeitung vom 7.8.2011

 

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